
Zitat von
HESmelaugh
Zu deiner ersten Frage:
Ich will mal versuchen, kurz und knapp zu beschreiben, was mehr Durchfluss (theoretisch) bringt. Hoher Durchfluss bringt in Kühlern und Wärmetauschern zwei Effekte mit sich, die für uns relevant sind.
1. Effekt: Kleineres Temperatur-Delta. Würde das Wasser sehr langsam durch einen Kühler fliessen, so würde es sich sehr deutlich erwärmen d.h. das Wasser, das aus dem Kühler fliesst wäre deutlich wärmer, als das Wasser, das in den Kühler hineinfliesst. Dieser Temperaturunterschied wird kleiner, je höher der Durchfluss.
Warum ist es vorteilhaft, wenn dieser Unterschied kleiner ist? Weil die Kapazität des Wassers, Wärme abzuführen geringer wird, je kleiner der Unterschied zwischen Wassertemperatur und Temperatur der Hitzeerzeugenden Komponente wird. Die Wärmeabgabe ist also effektiver, wenn das Wasser schneller fliesst.
Wirklich bemerkbar würde das aber erst, wenn das Wasser seeeehr langsam fliessen würde.
Ausserdem muss letztendlich praktisch dieselbe Abwärme eliminiert werden, was zur weit-verbreiteten Aussage "das Wasser hat überall im Kreislauf die selbe Temperatur" führt.
2. Effekt: Turbulenzen.
Je schneller das Wasser in einen Kühler oder Wärmetauscher eintritt (wo es auf Düsenfelder, Verengungen, Winkel etc. trifft), desto stärker wird es dabei verwirbelt. Der Nutzen dieser Turbulenzen erklärt sich ebenfalls mit der Kapazität des Wassers, Wärme abzuführen, genau gleich wie im oberen Beispiel.
Gehen wir vom Extremfall eines sehr ruhigen Wasserflusses über eine Kühlfläche aus, so wird nachvollziehbar, dass sich die Wassermoleküle, die der Kühlerfläche am nächsten sind, am stärksten erhitzen. Im Wärmetauscher würde der selbe Effekt umgekehrt stattfinden, die Moleküle mit direktem Kontakt zur Innenfläche des Wärmetauschers würde ihre Hitze abgeben, weiter entfernte Moleküle weniger.
Das könnte dazu führen, dass viele der Wassermoleküle im Kreislauf praktisch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zur Kühlung leisten. Die Wasserverwirbelung sorgt dafür, dass alle Wassermoleküle in direkten Kontakt mit den Aussenflächen kommen und so effizienter Hitze aufnehmen und abgeben können.
Soviel zur Theorie. In der Praxis ist es so, dass Temperaturunterschiede bei verschiedenen Durchfluss sehr klein bleiben. Selbst mit 30 l/h lässt sich eine WaKü problemlos betreiben und oberhalb etwa 90-120 l/h ist kaum noch was messbares an Temperaturvorteil zu gewinnen.