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Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Matrose
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    Standard Aufgrund von Wasserschaden (oder so) abgerauchte Laing reparieren

    Hey,

    Ich hab in meinem PC ne kleine Überflutung veranstaltet und kurz darauf is meine Laing am stottern gewesen (an - aus - an - ....) bis plötzlich garnichts mehr ging.

    Als Ursache konnte ich eine Durchkontaktierung (kurz Via) ausmachen. Da meine Pumpe vor Jahren mal 70€ gekostet hat wollte ich die nicht rauswerfen sondern reparieren. Und da jetzt wieder alles funktioniert wollte ich euch mal an meinem Erfolg teilhaben lassen.

    Ich habe also die Pumpe ausgebaut und aufgeschraubt. Das Gehäuse besteht aus 3 Plastikteilen. Deckel, Boden, und ich nenne es mal "Spulengehäuse".
    Der Deckel wurde einfach beiseite gelegt und das Pumpenrad entfernt. Der elektrische Teil der Pumpe befindet sich zwischen Boden und dem Spulengehäuse, auch der Boden kann abgezogen und beiseitegelegt werden.

    Vom Spulengehäuse mit Platine hab ich leider versäumt ein Foto zu machen, allerdings habe ich im folgenden Bild mal markiert wo ich was weggelötet hab.
    Rote Kreise bedeuten "Hier wurde Kupferlackdraht von einer Spule entfernt"
    bei der gelben Ellipse hab ich die +12V GND und Tacho weggelötet da es beim weiteren bearbeiten gestört hätte.



    Wenn man die Platine entfernt hat wird auch schnell klar warum ich das dritte gehäuseteil "Spulengehäuse" genannt habe. Hierdrin befinden sich 6 Spulen die den Permanentmagneten im Pumpenrad drehen. Da viele die so eine Pumpe haben das evtl gerne sehen würden auch hiervon ein Bild:



    Wieder zurück zum eigentlichen Problem, dem defekten Via. Vias werden hergestellt indem chemisch Kupfer abgelagert wird. Hier war wohl das Via der dünnste Teil der Leitung. Daher wurde es wohl sehr warm und ist weggebrannt. Um das Via herum kann man die verschmorte Platine erkennen.
    Das defekte Via ist hier markiert:



    Auf der Oberseite musste ich erst einen SMD-Kondensator weglöten um das Via zu erkennen. Hier war die Polung egal, da es sich um einen Keramikkondensator handelt und die haben keinen + oder - Pol.
    Gleich noch ein Bild von der Oberseite:



    Danach habe ich mit einem Hartmetall-Bohrer mit 0,6mm Durchmesser das Via aufgebohrt und einen kleinen Silberdraht (also versilbertes Kupfer) durchgesteckt. Auf der Unterseite hab ich von der Leiterbahn die offensichtlich zum defekten Via gehört den grünen Schutzlack etwas weggekratzt (mit nem Schweizer-Messer) um den Draht unten festlöten zu können. Hier das Ergebnis:



    Anschließend wurde der Draht auf der Oberseite so gebogen, dass er an das (richtige) Lötpad des Kondensators gereicht hat. Hier muss man gegebenenfalls aufpassen, dass keine anderen Bauteile vom blanken Draht berührt werden sonst gibts beim Anschließen der Pumpe Rauchzeichen. Bei mir war das allerdings unkompliziert. Auch der Kondensator musste wieder an Ort und Stelle angelötet werden. Hier ist eine feine Pinzette sehr hilfreich.



    Nach der ganzen Lötaktion läuft die Pumpe wieder einwandfrei.

    Vielleicht sollte ich noch anmerken dass natürlich alle Ablagerungen des eingedrungenen Wassers mit einer Zahnbürste und destiliertem Wasser entfernt wurden. Die ganze Aktion hat inclusive Bildern grob 1h lang gedauert. Reine Arbeitszeit waren es wohl ca 35min.

    Evtl findet dashier ja jemand interessant, bzw. ich kann jemanden zum "Nachbauen" animieren. Wenn irgendwer eine defekte Pumpe aber keinen Zugang zu geeignetem Werkzeug hat kann er sich gerne per PN an mich weden. Garantie dass die Pumpe hinterher wieder läuft gibts allerdings keine!

    Grüße vom Essig

  2. Die folgenden 8 User sagten Danke an Essig für diesen nützlichen Post:

    airwalker (04.05.10), Ber (04.05.10), BigBratsack (05.05.10), Lumpensammler (04.05.10), max70 (04.05.10), Perplex (04.05.10), Rabauke123 (04.05.10), scamps (04.05.10)

  3. #2
    Matrose
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    29


    Standard

    Krass, was da an elektronische Bauteile auf der Platine so vorhanden ist. Wundert mich dann irgendwie nicht mehr, dass die Pumpe auf gewisse "Umwelteinflüsse" sehr sensibel reagiert. Bei mir hätte sich der Lötzinn am Lötpunkt bei einem Reparaturversuch wahrscheinlich über ein Viertel der Platine ausgedehnt - das wäre über den Versuch kaum herausgekommen.

  4. #3
    Fregattenkapitän
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    Schöne Sache, aber hast du noch andere Sicherheitsmechanismen laufen bzw. hast du nicht Angst, dass deine Reparier-Aktion vielleicht irgendwann auch wieder verstirbt?
    Nicht falsch verstehen, nichts gegen deine Lötkünste, aber mir wäre es ehrlich gesagt zu riskant, meine restliche Hardware da noch dranzuhängen.

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  5. #4
    Matrose
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    Standard

    Deine Frage ist berechtigt, Angst vor dem Versterben hab ich keine, normalerweise hält das was ich löte (ich löte hobbymässig diverse selbstgeätzte Platinen) aber jemand der nicht hobbymässig kleine Sachen lötet sollte die Finger davon lassen bzw. es einen Bekannten löten lassen der sowas öfters macht...
    Bei mir war das Via zufällig unter einem großen Kondensator, die kleinen hab Abmessungen von 0,8 x 1,6mm, ohne Pinzette und spitzem Lötkolben geht da nix!

    Sicherheitsmechanismen braucht man meiner Meinung nach keine weiteren.
    1. habe ich das Tacho-Signal der Laing an meinem Mainboard angeschlossen
    2. habe ich die Temperatur bei der der PC wegen "Überhitzung" ausgeht im Bios nach unten korrigiert.

    Das Ganze hat gut funktioniert, sonst wäre meine Hardware ja schon bei 1. Ausfall der Pumpe Schrott gewesen.
    Geändert von Essig (04.05.10 um 12:15 Uhr)

  6. #5
    Fregattenkapitän
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    Okay, das macht Sinn. Letztlich schaltet die CPU eh ab, wenn sie zu heiß wird...da war ich auch schonmal dank falscher Einstellung in der Heatmaster-Software (Minimal-PWM 0%, yay).
    Ich löte halt auch gerne mal was, aber irgendwie ist das nie sonderlich langlebig - das liegt aber wohl eher an mir :P

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  7. #6
    Korvettenkapitän Avatar von max70
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    Zitat Zitat von Essig Beitrag anzeigen
    ..aber jemand der nicht hobbymässig kleine Sachen lötet sollte die Finger davon lassen bzw. es einen Bekannten löten lassen der sowas öfters macht...
    Richtig.Du hast dich ja,dankenswerter Weise,für den Ernstfall angeboten.Nach der Anleitung,müsste es aber auch z.B.der Radiofritze aus der näheren Umgebung hinbekommen.
    Sofern der bis jetzt überlebt hat.
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    Rothschild, 1863

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